Steinmetzkiez

Verkehrsberuhigung nördliche Steinmetzstraße


2. Aktionstag am Freitag, dem 13. Mai 2022 - von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr.


Die Initiative Steinmetzkiez fordert:
Weniger Umweltbelastungen und Verkehr, mehr Sicherheit und Lebensqualität – für alle, die im Steinmetzkiez leben, arbeiten, lernen oder einfach nur hier entlangspazieren!


Die Gründung einer Initiative

Im Herbst 2018 schlossen sich engagierte Nachbarinnen und Nachbarn aus fast allen Häusern der nördlichen Steinmetzstraße zusammen. Ziel war zunächst, Informationen zu sammeln und auszutauschen, denn in unmittelbarer Nähe zu ihren Wohnungen fanden seit April umfangreiche Abrissarbeiten statt. Die Initiative Steinmetzkiez fand heraus, dass auf dem ehemals von der Commerzbank genutzten Areal an der Ecke zur Bülowstraße eine Großbaustelle entsteht. Die Bauarbeiten unter den Fenstern der Anwohnenden waren mit erheblichen Beeinträchtigungen wie Lärm- und Staubemissionen, Schadstoffentsorgung und Baustellenverkehr verbunden. Die Initiative machte sich daraufhin bei Bezirk und Bauherren für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zum Betrieb der Baustelle stark und bemängelte zudem, dass die Nachbarschaft zu keiner Zeit in die Planungen miteinbezogen wurde. Bis heute bemüht sich der Steinmetzkiez eigeninitiativ um alle Informationen im Zusammenhang mit diesem umfangreichen Bauvorhaben, das erst 2022 beendet sein soll.

Neue Seiten im Steinmetzkiez

Auf rund 30.000 Quadratmetern entstehen hier im Schöneberger Norden, in der Steinmetzstraße und entlang der Bülowstraße, Geschäfts- und Büroflächen, teils durch Sanierung der Bestandsgebäude, teils durch Neubau nach Abriss. So wird die nördliche Steinmetzstraße als kleine Wohn- und Schulstraße Stück für Stück ein Teil des sogenannten „Wirtschaftswunders“ und zugleich ein viel befahrenes Pflaster.

Das Ringen um gemeinsame Ziele

Kein Wunder also, dass es bereits 2018 erste Überlegungen im Steinmetzkiez gab, sich für mehr Umweltgerechtigkeit, ein gutes nachbarschaftliches Miteinander und insbesondere eine Verkehrsreduzierung zu engagieren. Denn Hunderte Beschäftigte und Geschäftskunden sowie gewerbliche Lieferungen und Transporte werden bald den seit jeher störenden Durchgangsverkehr erhöhen.

Der rege Austausch in der Nachbarschaft ergab: Die Straße soll ruhiger, sicherer, wohngerechter und sauberer werden.

Der Weg dahin ist eine Sperrung für den Durchgangsverkehr durch Poller auf Höhe der sich gegenüberliegenden Häuser Nr. 77 und Nr. 5. Dann kann die Steinmetzstraße nach wie vor von beiden Seiten befahren werden, von der Bülow- und der Kurfürstenstraße. Durch die Poller wird jedoch erreicht, dass neben dem vermehrten Verkehr für die neuen Unternehmen und Geschäfte nicht auch noch der Durchgangsverkehr zunimmt. Radfahrende können die Steinmetzstraße weiter durchfahren, für die Anwohner:innen bleiben genügend Parkplätze erhalten. Als die Straße von Mai 2018 bis September 2020 wegen eines Baukrans auf der Fahrbahn gesperrt war, zeigte sich, dass alle an ihr Ziel gelangen, ohne die gesamte Straße belasten zu müssen.

Für den motorisierten Durchgangsverkehr bietet nicht nur unsere Steinmetzstraße die perfekte Abkürzungsmöglichkeit von den drei Magistralen Potsdamer Straße, Schöneberger Ufer und Bülowstraße. Daher freuen wir uns über die Gründung des Kiezblocks Gleisdreieck-West, der den Durchgangsverkehr in unserem Quartier aussperren möchte.

Aktuell

++ 13. Mai 2022  Liebe Nachbarinnen und Nachbarn und Freund:innen der Steinmetzstraße,

seit 2018 setzen wir uns dafür ein, dass sich unsere Straße positiv verändert!
Der Wandel hat schon begonnen: Wir haben in den letzten Wochen einige neue Baumscheiben in unserer Straße begrünt, die Hinterhöfe in der nördlichen Steinmetzstraße in den Blick genommen und möchten nun gemeinsam mit Euch am

Freitag, dem 13. Mai 2022, in der Zeit von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr

weiter für eine Verkehrsberuhigung unserer Straße demonstrieren, uns kennenlernen und austauschen über alles, was Euch und uns in unserer Straße bewegt.

Es wird Informationen geben über unsere weiteren Pläne und über die Fortschritte zur Verkehrsberuhigung und über ökologisches Gärtnern in Höfen, auf den Baumscheiben der Straße oder auf dem kleinen Balkon daheim.

Vor allem möchten wir gemeinsam mit Euch eine lebendige Nachbarschaft auf der für diese Zeit gesperrten Straße feiern und genießen. Auch die Kleinen sollen sich nicht langweilen und werden auf der Straße spielen können.

Spiel und Spaß für Kinder und Nachbar:innen statt lärmenden Autoverkehrs!

Wir freuen uns auf Euch!

Eure Initiative Steinmetzkiez

Dieser Aktionstag wird organisiert durch die Anwohner:inneninitiative Steinmetzkiez in Zusammenarbeit mit wachsenlassen.com

Gefördert durch:

Was bisher geschah

++ 16. Februar – Hans Hütt startet seinen Blog „Schreiben für die Nachbarschaft“. Ganz unterschiedliche Menschen aus dem Schöneberger Norden erzählen hier über sich und ihr Leben im Kiez. Als erstes traf Hans Hütt Gesine Palmer:

Wir wohnen beide in der Steinmetzstraße, sie im Süden, ich im Norden. Als ich sie einlud zu dem Gespräch, sagte sie sofort zu, obschon sie infolge ihrer Arbeit als Trauerrednerin und als Projektmitarbeiterin an der Katholischen Akademie viel zu tun hat.

Hans Hütt: Guten Tag, Gesine. Schön, dass es geklappt hat. Willkommen zu dem Gespräch. Es ist eine Premiere in meinem Projekt „Schreiben für die Nachbarschaft“. Ich will in diesem Projekt das oft kaum sichtbare Netz von nachbarschaftlichen Beziehungen sichtbar machen und ihren möglichen Nutzen mehren.

Gesine Palmer: Guten Tag Hans…

weiterlesen hier:

https://www.schreiben-fuer-die-nachbarschaft.de/

Hier findet man auch ausführliche Informationen zum Projekt und die Möglichkeit mit Hans Hütt Kontakt aufzunehmen.

++ 18. Dezember – Die Initiative hat Nachbarschaft und Interessierte zu einem stimmungsvollen Event eingeladen. An diesem Winternachmittag ertönten bis zum Abend Vogelstimmen aus allen Bäumen der Steinmetzstraße. Bei einem Spaziergang unter den Bestandsbäumen und den sieben frisch gepflanzten Neuankömmlingen konnte man sich 20 unterschiedliche, darunter auch viele inzwischen seltene Vogelstimmen anhören und für einen Moment die stetige Geräuschkulisse der Stadt ausblenden.

Diese Idee von Martin Zellerhoff hat Gäste und Passanten beeindruckt und erfreut. Er wollte mit dieser Aktion die Vision einer Stadt vermitteln, in der Straßen Begegnungsräume für Menschen sind, und unterstützt damit das Ziel der Initiative Steinmetzkiez, eine zeitnahe Verkehrsberuhigung in der nördlichen Steinmetzstraße zu erreichen. Im Laufe des Abends konnten sich die Mitglieder der Initiative in zahlreichen Gesprächen mit Politik und Interessierten über ihr Anliegen austauschen und großen Zuspruch finden.

Der Einladung aus dem Steinmetzkiez sind über die 50 Gäste aus allen Häusern der Straße und der weiteren Nachbarschaft gefolgt; so auch Interessierte u. a. vom Stadteilforum Tiergarten-Süd, Jörg Borchardt, Gabriele Koll von Wachsenlassen, Jutta Werdes vom Quartiersrat, Conny Voester aus der Vergabejury „Spendenfond Schöneberger Norden“, Regine Wosnitza von KiezerFahren. Aus der Politik kamen von den Grünen Ingeborg Hofer-Hutter, Sebastian Walter und Bertram von Boxberg, von der SPD Wiebke Neumann, Corinna Volkmann und Kevin Kühnert.

Für alle die nicht dabei sein konnten, hier eine kleine Hörprobe (© Hans Hütt).

++ Dezember 2021 – Sieben neue Straßenbäume auf Initiative des Steinmetzkiezes in der Straße gepflanzt.

++ Wahlkampfmonat September 2021 – Sebastian Walter (Mitglied des Abgeordnetenhauses, Bündnis 90/Die Grünen) und Bezirksstadtrat Jörn Oltmann (Bündnis 90/Die Grünen) werden zur Erörterung der Verkehrssituation in die Steinmetzstraße eingeladen.

++ 29. Mai 2021 – Die zukünftig zuständige Bezirksstadträtin und Nachfolgerin von Frau Heiß, Saskia Ellenbeck, kommt gemeinsam mit Sebastian Walter und Rainer Penk (Fraktionsvorsitzender der Grünen in der BVV) zu einer Vor-Ort-Besichtigung. Der modulare Filter, also die von der Initiative von Beginn an gewünschten Poller, wird als Verkehrsberuhigungsmaßnahme angekündigt und zugesagt.

++ Frühsommer 2021 – Abgabe Projektantrag „Steinmetz for Future“ beim Spendenfond 2021, der von der Regionalkoordination Schöneberg Nord verwaltet wird. Der Antrag wird durch eine Jury genehmigt; die Mittel sollen bis Sommer/Herbst 2022 genutzt werden, um mit nachbarschaftlichen Veranstaltungen und verkehrsberuhigenden Maßnahmen mehr Lebensqualität schon jetzt temporär zu erproben und umzusetzen.

++ April und Mai 2021 – Drei Demonstrationen in der Steinmetzstraße, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen; mit dabei sind Akteure aus dem Kiez und die Abgeordneten Wiebke Neumann (SPD) und Bertram von Boxberg (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Medienvertreter:innen. Bezirksstadträtin Heiß erschien trotz Einladung leider nicht.

++ 2021 – Vernetzung mit anderen nachbarschaftlichen Initiativen in Schöneberg Nord / Tiergarten Süd und mit der Marie-Elisabeth-Lüders-Oberschule der Steinmetzstraße, außerdem mit den neuen Gewerbemietern Sony Music und KWS – man steht unserem Vorhaben offen gegenüber.

++ Anfang Oktober 2020 – Knapp ein Jahr nach dem Prüfauftrag der BVV schlägt Bezirksstadträtin Christiane Heiß (Bündnis 90/Die Grünen) bei einem persönlichen Treffen vor Ort eine temporäre Straßensperrung vor: Projekt „Sommerstraße 2021“. Die Initiative bereitet dafür Konzepte und Veranstaltungsideen vor – zu einer Realisierung kommt es leider nicht.

++ 6. August 2020 – Gespräch mit der Bezirksstadträtin Heiß und dem BVV-Mitglied von Boxberg und Mitarbeitenden der Fachbereiche Straße und Straßenverkehr im Rathaus Tempelhof. Frau Heiß stellt eine temporäre Spielstraße in Aussicht; die zuständige Sachbearbeiterin des Straßenverkehrs- und Ordnungsamtes stellt fest, sie werde die Straße nur sperren, wenn eine Gefahr erwiesen sei.

++ Sommer 2020 – Pecan Developement GmbH, Bauträgerin des „Wirtschaftswunders“, greift eine Idee der Initiative auf und stiftet zwei Bäume für die Steinmetzstraße.

++ Anfang 2020 – Die Initiative versucht immer wieder mit der zuständigen Bezirksstadträtin Christiane Heiß (Bündnis 90/Die Grünen) ins Gespräch zu kommen.

++ 11. Dezember 2019 – Auf Antrag der SPD beschließt die BVV mit großer Mehrheit, das Bezirksamt mit der Prüfung einer Verkehrssperrung zu beauftragen.

++ 5. Dezember 2019 – Persönliche Übergabe von mehr als 100 Unterschriften an Baustadtrat Jörn Oltmann (Bündnis 90/Die Grünen) beim Präventionsrat.

++ 19. November 2019 – Brief der Initiative an die Bezirksverordnetenversammlung und das Bezirksamt mit Antrag auf Beschlussfassung für eine Durchfahrtssperre.

++ Oktober 2019 – Unterschriftensammlung für das Anliegen der Initiative, die Straße verkehrsberuhigen zu lassen.

++ Herbst 2018 – Anwohner:innen der Steinmetzstraße finden sich infolge der seit Mai andauernden massiven Bautätigkeiten zusammen und beschließen, aktiv zu werden. Erste Kontaktaufnahme mit Politik, Verwaltung sowie weiteren Akteuren wie dem Quartiersmanagement; die Initiative will auf die zunehmenden Belastungen in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld und auf die Idee einer dauerhaften Sperrung für den Durchgangsverkehr aufmerksam machen.

Wo ist die Steinmetzstraße?

Impressum

Initiative Steinmetzkiez

c/o Rechtsanwalt Jens Koehn
Steinmetzstr. 5
10783 Berlin

Nehmt Kontakt mit uns auf: inisteinmetz@protonmail.com